Ostern im Kirchenjahr

Ostergebäck

Der Ostersonntag ist das Zentrum des Osterfestkreises. Ihm vorangestellt ist die 40 tägige Fastenzeit. Das Osterfest selbst mit seinen zwei Feiertagen reicht dann eigentlich bis zum Sonntag „Quasimodogeniti – wie die neugeborenen Kindlein“, auch bekannt als weißer Sonntag. Das kommt daher, dass die an Ostern getauften Christen ihr weißes Gewand bis zum Sonntag danach tragen und dann zum ersten Mal am Abendmahl teilnehmen durften.

Traditionell feiert die katholische Kirche an diesem Tag Erstkommunion, die evangelische Kirche folgt an den kommenden Sonntagen mit der Konfirmation. Sie ist zwar nicht mehr so eng mit der Zulassung zum Abendmahl verbunden wie früher, aber immer noch ein wichtiger Anlass, um Jugendliche mit der Feier des Abendmahls vertraut zu machen.

Von Ostern aus sind es 49 Tage bis Pfingsten. Als „Geburtstag der Kirche“ (Apostelgeschichte 2) ist es ein eigenes Fest mit großer Bedeutung. Mit dem darauffolgenden Trinitatisfest beginnt der Kirchliche „Alltag“ bevor mit dem Weihnachtsfestkreis das Kirchenjahr am 1. Advent neu beginnt.

 

Eine schöne Idee für Kindergottesdienst zu Hause!

 
 
Licht_ Hintergundbild der Osterkerze 2020
Osterkerzemore_vertical
Osterkerzeclose

Traditionell ist eine Osterkerze mit 4 Elementen verziert.

1. Das Kreuz: Symbol des Sterbens jes. Beweis dafür, dass er wahrer Mensch gewesen ist. Am Kreuz haben sich schon immer die Gemüter erhitzt. Wie kann Gott leiden? Die Kirche hatte heftige Diskussionen darüber. Da war die Meinung, Jesus wäre nur ein adoptierter Sohn Gottes. Gott hätte ihn erst in der Taufe angeommen. Da war die Meinung, Gott wäre sozusagen aus der Verkleidung "Jesus" am Kreuz ausgestiegen, nur der Mensch wäre gestorben. Erst im 4. Jahrhundert konnte die Kirche zu einem Glaubensbekenntnis finden, das diese Lehren ausgeschlossen hat. Es ist das Bekenntnis der Synode von Nizäa (321) - Konstantinopel (381)

Gott von Gott, Licht vom Licht... hat Fleisch angenommen durch ... die Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.

 

2. Die Buchstaben A und O, die ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets. Sie sind ein Symbol für die Gottheit Jesu.

3. Die Nägel des Kreuzes. Sie sind das Symbol der Menschheit Jesu, denn sie stehen für seine fünf Wunden an Händen, Füßen, und an der Seite.

4. Die Jahreszahl. Sie steht für die menschliche Vergänglichkeit und für den Segen, der auf diesem Jahr liegen soll.

Wir weichen von dieser Tradition ab und greifen auf eine wichtige, wenn auch nicht sehr alte evangelische Tradition zurück: Die Losungen, die von der Herrnhuter Brüdergemeine seit 1731 herausgegeben werden.

Neben den Tageslosungen gibt es auch die Monatssprüche und Jahreslosungen. 2021 stammt diese aus dem Lukasevangelium. Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

So erinnert die Osterkerze nicht nur in jedem Gottesdienst an die Auferstehung Jesu, sondern führt uns auch die Jahreslosung immer wieder vor Augen.

 
Unsere Glocken und ihre Botschaftmore_vertical
Unsere Glocken und ihre Botschaftclose

Die Glocken einer Kirche rufen die Gläubigen zum Gottesdienst: Dann läuten alle Glocken zusammen, das ist das sogenannte Plenum. Es erklingt am Samstagabend um 18:00 Uhr und am Sonntagmorgen um 10:00 Uhr.
Auch im Werktag erfüllen sie bestimmte Aufgaben. „Durch das tägliche Läuten kommt die Kirche auch werktags ins Haus“, sagt der Glockensachverständige der Landeskirche dazu. Geläutet wird traditionell zum Tagesanbruch gegen sechs oder sieben Uhr zum Morgengebet, mittags zum Friedensgebet und bei Einbruch der Dunkelheit zum Abendgebet.
Jede Glocke im Plenum hat eine eigene Aufgabe, eine Stimme, mit der sie eine Botschaft weiterträgt.
Die große Glocke ist die Betglocke. Sie erinnert an das Gebet, das den Alltag durchbricht, sie markiert aber auch den Zeitpunkt, an dem im Gottesdienst das Vater unser gemeinsam gesprochen wird.
Die mittlere Glocke ist die Kreuz- oder Sterbeglocke. Sie kündet vom Sterben. Jeden Nachmittag um 15:00 Uhr erklingt sie zur Todesstunde Jesu. Beim Gottesdienst läutet sie dann, wenn eine Urne oder ein Sarg zum Grab getragen wird. Am Sonntag, dem Tag der Auferstehung läutet sie nicht.
Die kleine Glocke ist die Taufglocke. Sie erklingt im Plenum und wenn im Gottesdienst eine Taufe vollzogen wird.
Die Glocken- und Kunstgießerei Rincker in Sinn goss 1963 die drei Glocken der Pauluskirche. Seit der Einweihung der Pauluskirche im Juli 1957 bis zu diesem Zeitpunkt diente die vor der Kirche aufgestellte kleine Stahlglocke der Alten Kirche von 1949 als Geläut.
Die Planung von 1963 sah vier Glocken mit der Disposition c‘‘ a‘ g‘ e‘ vor.  

C‘‘: 79,5 cm, 290 kg, 4355 DM. Gestiftet von der Familie Wilhelm und Greta Gelhar.
Sie trägt die Aufschrift: Komm, und folge mir nach Matth. 19,21
a‘: 94 cm, 472 kg, 6114,02 DM. Gestiftet von den Familien Dihlmann sen. Und jun., siwe Momber.
Sie trägt die Aufschrift: Ich will euch segnen Gen. 12,9
g‘: 1,055 m, 667 kg, 7986,57 DM. Gestiftet von der Stadt Mengen.
Sie trägt die Aufschrift: Er selbst, der Vater hat euch lieb Joh. 16, 27
Für die e‘‘ Glocke fand sich kein Spender, und da die Gemeinde schon die Bau- und Nebenkosten aus Spenden finanzieren musste, wurde letztlich auf die Anschaffung der Dominica, der Sonntagsglocke, verzichtet.

Sehen Sie hier die Bilder der Glocken vom Guß bis zum Platz im Glockenstuhl.