Füreinander da sein

Jesus, der gute Hirte verteidigt seine Herde

 

Johannes 10, 11-15

Jesus zeigt am Bild des Hirten, was es bedeutet, füreinander da zu sein. Es gilt nicht Sonnenschein und mit Freunden im Garten. Ob wir wirklich füreinander da sind, das zeigt sich in der Krise: Wo es für mich selber besser wäre, nicht da zu sein. Aber für den anderen, der mir am Herzen liegt. Wo ich nicht für mich, sondern für dich da bin.Jesus tut das. Er trägt die Verlorenen und Alleingelassenen. Er geht denen nach, die Fehler gemacht haben.

In der Kathedrale von Vézeley gibt es ein Bild von Jesus, der Judas trägt. So weit geht er mit seiner Liebe.

Wie weit kann ich gehen?                   

Es ist ungerecht, Jesus. Ausgerechnet du wirst am Ende von allen verlassen sein. Judas schämt sich über seinen Verrat. Petrus traut sich nicht, den Mund aufzumachen und sich zu dir zu bekennen. Wie kann deine Mutter ertragen, unter deinem Kreuz zu stehen?

Das alles, damit du uns sicher nach Hause bringen kannst.

Wir haben das nicht verdient, und doch tun wir oft so, als wäre es so.

Lass uns dankbar werden und demütig, dass du da bist.

Was immer wir zu tragen haben, du trägst es mit.

Hilf uns füreinander da zu sein,

einander zu tragen,

einander zu ertragen.

AMEN

Gott vertrauen

 

Markus 11, 15-18

Jesus haut so richtig rein. Er ist wütend. Die Geldwechsler schlagen darüber die Hände über dem Kopf zusammen - wie kann Einer, der das Reich Gottes predigt, den reibungslosen Ablauf der Gottesdienste so stören? Die Viehhändler laufen ihren Schäfchen nach, die sie schon ins Trockene gebracht zu haben glaubten. Sie meinen es doch alle gut.

Er aber sagt: Dieses Haus soll für das Gebet sein. Gott soll darin regieren. Er stürzt die Menschen in eine Krise. Was bleibt ihnen, wenn sie die Opfer nicht mehr vorschriftsmäßig bringen können? Es ist erstaunlicherweise dieselbe Frage, die sich uns heute stellt: Wer sind wir, wenn wir uns nicht mehr versammeln können? Sind wir vielleicht auch zu sehr mit uns beschäftigt, und mit dem, was wir für nötig erachten? Wie groß ist unser Gottvertrauen, solange wir noch etwas tun können?

Jesus gibt die Antwort: Betende seid ihr. Angewiesen darauf, dass Gott Euch hört, wo und wie immer ihr betet. Und Gott wird euch hören. Das ist gute Botschaft für uns, auch heute.

 

Den Menschen dienen

Jesus wäscht Petrus die Füße. Der ist entsetzt.

Johannes 13, 1-17

In unserem Alltag geht es oft um Ansehen und um das, was uns zusteht. Was haben wir uns erarbeitet, welchen Beruf üben wir aus, wie hoch sind wir auf der Karriereleiter aufgestiegen? Das richtige Haus, die richtigen Kleider, der richtige Urlaub. Ich sollte dir die Füße waschen, sagt Petrus, denn ich stehe unter dir.

Es ist umgekehrt sagt Jesus: Ich bin für euch da.

Und so sollt auch Ihr leben.

Also: Für wen bin ich da?

Gott dienen

Lukas 10, 38-42

Was nicht zur Tat wird hat keinen Wert. Gustav Werner hat das gesagt, der die Türen seines Pfarrhauses geöffnet hat für ein paar hungrige Kinder im Winter. Das erste Waisenhaus ist daraus geworden, heute ist es die Diakonie, der größte kirchliche Arbeitgeber.

Die Frage ist alt. Was ist besser: Die Tat oder das Wort? Glaube ohne Werke ist tot steht im Jakobus Brief. Wir sind ohne Verdienst gerecht allein aus Gnade, steht im Römerbrief.

Die rennt jeden Sonntag in die Kirche und hinterher wird über die anderen hergezogen, so höre ich. Er wollte von Gott nichts wissen, aber er war doch ein guter Mensch. Können wir urteilen?

·Für Jesus handeln - was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt… Ihn handeln lassen - lass dir an meiner Gnade genügen… Beides soll seine Zeit und seinen Raum in unserem Leben haben.

Maria und Martha helfen uns prüfen, wo und wie wir Gott dienen.

Kleider machen Leute

Matthäus 21, 1-11

Kleider machen Leute: Das erfahren wir in unserem Leben oft genug. Ob es um das Wetter geht, oder die Art, wie Menschen uns behandeln: Wer falsch angezogen ist, der hat es schwerer. Ist die Jacke zu dünn oder Pulli zu warm. Ist der Anzug schick genug? Passt das Kleid zum Anlass? Kleidung drückt etwas von uns aus, ob wir es bewusst tun, oder nicht. Kleidung ist mehr als ein Stück Stoff.

Jesus lehnt den Königsmantel ab. Er will die Krone nicht, denn sie bindet ihn an die politischen Vorstellungen dieses Volkes. Sie suchen eine andere Freiheit als die, die er ihnen zu bieten hat. Später wird ihm der Mantel mit Gewalt umgelegt. Bist du der Juden König, so weissage. Wer ist es, der dich schlug? Die wahren Schläge sind nicht die, die von außen auf unsere Haut treffen. Die wahren Schläge sind die, die unser Herz treffen.

Welche Freiheit erwarten wir von unserem König?