Herr bleibe bei uns...

Zwei Jünger laden Jesus ein

Lukas 24, 13-38

Eine freundliche Einladung

Es war ein langer Weg, den die beiden Jünger gegangen sind. Die aufregende Zeit in Jerusalem, die Euphorie des Anfangs und den Kummer es Endes haben sie hinter sich gelassen. Sie sind nicht zur Bestattung geblieben. Sonst hätten sie vielleicht mitbekommen, dass es keine gegeben hat.

Sie haben Trost gefunden, weil sie einem erzählen konnten, was geschehen war.

Später werden sie ihn als ihren Herrn erkennen. Bleibe bei uns, sagen sie, aus Freundlichkeit.

Einander erzählen, was geschehen ist. Miteinander verstehen, das ist unser Weg als Gemeinde. Einander einladen auch, freundlich sein. Manchen ist das zu wenig, und doch: Es ist das Wort, auf das Jesus von uns wartet. Komm herein. Nimm Platz bei mir. So werden wir erkennen, dass er bei uns  ist. Immer schon.

Ostern - das Grab ist leer

Die Frauen entdecken das leere Grab

Matthäus 28, 1-8

Steig herab vom Kreuz, hatten die Soldaten noch gespottet. Hilf dir selbst!

Gott hat etwas viel Größeres getan. Er hat das Grab verlassen. Die Hände der Menschen, in die er sich begeben hatte, reichten nicht so weit. Er ist ihnen entkommen.

Er hat nicht sich geholfen, sondern uns.

Damit rechnen wir nicht unbedingt in unserer Welt. Erst wenn wir versorgt sind, wenn wir alles haben, was wir zum Leben brauchen sind wir frei genug, an andere zu denken. Ist es nicht so, dass wir nicht teilen, was wir haben, sondern was wir übrig haben.

Jesus gibt alles: Sein ganzes Leben, das nicht n ur bis zum Tod geht, sondern darüber hinaus. Er nimmt uns mit in die Ewigkeit. Auch unser Grab wird leer sein. Weil unser Leben weiter geht.

Halleluja es ist Ostern, Halleluja Jesus lebt!

Sie nahmen ihn aber, und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf hebräisch Golgatha.Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte.

Gott gibt sich in die Hände der Menschen.

Menschen entscheiden, wer Gott ist.

Er verzichtet auf seine Macht und trägt sein Kreuz.

Er räumt das Feld auf dem die Macht das Kommando hat.

Er lässt Feindschaft, Hass und Gewalt hinter sich.

Er geht seinen Weg und sein Leben zu Ende.

Aber es ist nicht das Ende.

Er geht weiter als Menschen denken.

Mitten unter die Verbrecher haben sie ihn getan.

Dort wollte er sein.

Für immer in unserer Mitte.

Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden. Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache.Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.

Hört auf. Schweigt endlich. Ihr habt genug angerichtet.

Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.

Er ist euer König. Egal wer es sagt.

Egal, ob es euch passt.

Ihr wolltet einen Gotteslästerer.

Hier ist er.

Er ist, was ihr ihm ankreidet.

Amtlich lateinisch.

Griechisch für das Volk.

Hebräisch für die Religiösen.

König, nicht nur der Juden.

König über alle Welt.

Hier ist er und stirbt wegen euch.

Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Lasst uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt:Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.Das taten die Soldaten.

Die Soldaten haben ihre Pflicht erfüllt.

Viel war nicht zu holen bei diesem Menschen.

Nur ein Stück von Wert dabei.

Der Würfel muss über die Hinterlassenschaft Jesu entscheiden.

Sie nehmen ihm das Leben und das letzte Hemd.

Sie nehmen ihm nicht die Liebe.

Sie nehmen ihm nicht das letzte Wort.

Sie tun nur, was man ihnen sagt.

Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas und Maria von Magdala. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

Es sind wenige, die am Ende bleiben,

die sich der Hoffnungslosigkeit nicht entziehen.

Die bleiben müssen, auch wenn das Ende bitter ist.

Die zurückbleiben werden.

Wie bei jedem Tod,

Mütter und Väter, Brüder und Schwestern

bleiben zurück. Ihr Weg muss weitergehen.

Unter Jesu Kreuz beginnen Wege neu.

Man muss dem Kreuz standhalten.

Dem Leiden und Sterben.

Damit Wege neu werden.

Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und steckten ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den Mund.

Der Wasser zu Wein machte, bekommt Essig zu trinken.

Das Fest ist vorüber, vorbei sind die guten Tage.

Es ist wenig, was noch zu tun bleibt.

Aus Wein wird Essig.

Aus dem Leben wird der Tod.

Er hat beides angenommen.

Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und neigte das Haupt und verschied.

Das Wunder seiner Nähe

Jesus feiert mit seinen Jüngern Abendmahl

Damals, im Sturm, saßen sie alle in einem Boot. „Fragst Du nichts danach, dass wir umkommen?“ Und Jesus stillte den Sturm. Jetzt sitzen alle an einem Tisch. Das Wunder ist weniger offensichtlich. Das Wunder ist, dass er mit ihnen allen Passa feiert. Das Fest der Freude über die Befreiung. Er selbst wird in dieser Nacht gefangen und gefesselt werden, er weiß es, aber er feiert mit ihnen. Selbst mit dem, der ihn verleugnen wird: Petrus. Und mit dem, der ihn ausliefern wird: Judas.

Er ist da, mitten unter ihnen.

So wie er auch jetzt da ist, mitten unter uns. Er ist nicht bei uns, weil wir zusammenkommen und Gottesdienst feiern. Umgekehrt ist es: Wir kommen zusammen um dieses Wunder zu feiern: Er ist mitten unter uns.

Kleingläubig nennt Jesus die Jünger, weil sie sich vor dem Sturm fürchten. Ich bin doch da, sagt er. Jesus wird bei uns sein, was immer wir tun oder jetzt gerade eben nicht tun. Wovor fürchten wir uns?

 

Füreinander da sein

Jesus, der gute Hirte verteidigt seine Herde

 

Johannes 10, 11-15

Jesus zeigt am Bild des Hirten, was es bedeutet, füreinander da zu sein. Es gilt nicht Sonnenschein und mit Freunden im Garten. Ob wir wirklich füreinander da sind, das zeigt sich in der Krise: Wo es für mich selber besser wäre, nicht da zu sein. Aber für den anderen, der mir am Herzen liegt. Wo ich nicht für mich, sondern für dich da bin.Jesus tut das. Er trägt die Verlorenen und Alleingelassenen. Er geht denen nach, die Fehler gemacht haben.

In der Kathedrale von Vézeley gibt es ein Bild von Jesus, der Judas trägt. So weit geht er mit seiner Liebe.

Wie weit kann ich gehen?                   

Es ist ungerecht, Jesus. Ausgerechnet du wirst am Ende von allen verlassen sein. Judas schämt sich über seinen Verrat. Petrus traut sich nicht, den Mund aufzumachen und sich zu dir zu bekennen. Wie kann deine Mutter ertragen, unter deinem Kreuz zu stehen?

Das alles, damit du uns sicher nach Hause bringen kannst.

Wir haben das nicht verdient, und doch tun wir oft so, als wäre es so.

Lass uns dankbar werden und demütig, dass du da bist.

Was immer wir zu tragen haben, du trägst es mit.

Hilf uns füreinander da zu sein,

einander zu tragen,

einander zu ertragen.

AMEN

Gott vertrauen

 

Markus 11, 15-18

Jesus haut so richtig rein. Er ist wütend. Die Geldwechsler schlagen darüber die Hände über dem Kopf zusammen - wie kann Einer, der das Reich Gottes predigt, den reibungslosen Ablauf der Gottesdienste so stören? Die Viehhändler laufen ihren Schäfchen nach, die sie schon ins Trockene gebracht zu haben glaubten. Sie meinen es doch alle gut.

Er aber sagt: Dieses Haus soll für das Gebet sein. Gott soll darin regieren. Er stürzt die Menschen in eine Krise. Was bleibt ihnen, wenn sie die Opfer nicht mehr vorschriftsmäßig bringen können? Es ist erstaunlicherweise dieselbe Frage, die sich uns heute stellt: Wer sind wir, wenn wir uns nicht mehr versammeln können? Sind wir vielleicht auch zu sehr mit uns beschäftigt, und mit dem, was wir für nötig erachten? Wie groß ist unser Gottvertrauen, solange wir noch etwas tun können?

Jesus gibt die Antwort: Betende seid ihr. Angewiesen darauf, dass Gott Euch hört, wo und wie immer ihr betet. Und Gott wird euch hören. Das ist gute Botschaft für uns, auch heute.

 

Den Menschen dienen

Jesus wäscht Petrus die Füße. Der ist entsetzt.

Johannes 13, 1-17

In unserem Alltag geht es oft um Ansehen und um das, was uns zusteht. Was haben wir uns erarbeitet, welchen Beruf üben wir aus, wie hoch sind wir auf der Karriereleiter aufgestiegen? Das richtige Haus, die richtigen Kleider, der richtige Urlaub. Ich sollte dir die Füße waschen, sagt Petrus, denn ich stehe unter dir.

Es ist umgekehrt sagt Jesus: Ich bin für euch da.

Und so sollt auch Ihr leben.

Also: Für wen bin ich da?

Gott dienen

Lukas 10, 38-42

Was nicht zur Tat wird hat keinen Wert. Gustav Werner hat das gesagt, der die Türen seines Pfarrhauses geöffnet hat für ein paar hungrige Kinder im Winter. Das erste Waisenhaus ist daraus geworden, heute ist es die Diakonie, der größte kirchliche Arbeitgeber.

Die Frage ist alt. Was ist besser: Die Tat oder das Wort? Glaube ohne Werke ist tot steht im Jakobus Brief. Wir sind ohne Verdienst gerecht allein aus Gnade, steht im Römerbrief.

Die rennt jeden Sonntag in die Kirche und hinterher wird über die anderen hergezogen, so höre ich. Er wollte von Gott nichts wissen, aber er war doch ein guter Mensch. Können wir urteilen?

·Für Jesus handeln - was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt… Ihn handeln lassen - lass dir an meiner Gnade genügen… Beides soll seine Zeit und seinen Raum in unserem Leben haben.

Maria und Martha helfen uns prüfen, wo und wie wir Gott dienen.

Kleider machen Leute

Matthäus 21, 1-11

Kleider machen Leute: Das erfahren wir in unserem Leben oft genug. Ob es um das Wetter geht, oder die Art, wie Menschen uns behandeln: Wer falsch angezogen ist, der hat es schwerer. Ist die Jacke zu dünn oder Pulli zu warm. Ist der Anzug schick genug? Passt das Kleid zum Anlass? Kleidung drückt etwas von uns aus, ob wir es bewusst tun, oder nicht. Kleidung ist mehr als ein Stück Stoff.

Jesus lehnt den Königsmantel ab. Er will die Krone nicht, denn sie bindet ihn an die politischen Vorstellungen dieses Volkes. Sie suchen eine andere Freiheit als die, die er ihnen zu bieten hat. Später wird ihm der Mantel mit Gewalt umgelegt. Bist du der Juden König, so weissage. Wer ist es, der dich schlug? Die wahren Schläge sind nicht die, die von außen auf unsere Haut treffen. Die wahren Schläge sind die, die unser Herz treffen.

Welche Freiheit erwarten wir von unserem König?